Eigentlich wollte ich den neuen Robin Hood von Ridley Scott gar nicht sehen aber es war das beste, was das Programm grad hergibt. Also angeschaut. Die erste Hälfte oder die ersten beiden Drittel sind echt gelungen. Robin Hood mal ganz cool, nettes Mittelaltergetümmel. Hab ich so seit Braveheart nicht mehr gesehen.

Dann aber das Gelaber über Freiheit, als die netten Herren auf dem Mistkarren die große Rede zur Lage der Nation schwingen und der König seine Krone in den Dreck fallen lässt. Schon schade, das stereotype Freiheitseinerlei Amerikas in jeden Film zu drücken. Vor meinem geistigen Auge stand Homer Simpson im Kino und skandierte USA USA USA.

Danach wird alles platt: Die bösen bösen Franzmänner, die mit Lust und Laune vergewaltigen, brandschatzen, Kinder, Frauen und Greise töten. Nur übel durch und durch. So einfach gestrickt war wohl zuletzt Taken (96 Hours). Immer platter wurden die Bilder: Noch schnell ein Baby aus dem brennenden Schuppen gereicht. Die armen englischen Opfer vs. teuflische französische Täter.

Heldenhafte Randfigur: Br. Tak. Ein korrupter Säufer und Freiheitstheologe, der auch selbst zur Waffe greift. Andere Geistliche kommen in Filmen grundsätzlich schlecht weg. Prost.

Als wenn das nicht genug wäre, kommt am Ende noch die Quotenfrau. Wie Eowyn reitet die vermeintliche Amazone für Gleichheit der Geschlechter und ein besseres Morgen dem Feind entgegen. Nur um dann doch vom männlichen Helden gerettet zu werden. Ganz nebenbei führt sie noch eine handvoll Kindersoldaten zur Schlacht. Die gleichen Racker, die sie zum Schluss wieder in der klassischen Rolle im Wald bemuttert.

Und da endet der Film. Ich hatte mich gefreut, dass Scott nicht alle Klischees bediente… zu früh eben, zu früh. Nachdem der böse John sich noch mal schnell auf Gott besinnt, das tun die Bösen gern im Film, ziehen die Hoods in gerade diesen. Und da laufen sie fröhlich einher: Alle, mit Ausnahme des Rehs, denn das wurde gewildert - Zeichen (amerikanischer?) Freiheit. Und so leben die Partisanen nun im gütigen Walde, wie die Ratten in der großen Speisekammer.